Wellensittiche und andere Haustiere


Von Vogel zu Vogel

 


Der Wellensittich ist ein friedfertiger Vogel, der mit jedem Vogel harmonisch zusammenleben könnte, wenn nicht seine Verspieltheit wäre. Er zwickt schon mal in die Füße andere Vögel oder zerrupft aus bloßem Spieltrieb fremde Nester, da sie selbst kein Nistmaterial nutzen.


geeignete Mitbewohner


· Nymphensittiche (Nymphicus hollandicus) werden vom Wellensittich häufig als seinen Artgenossen angesehen. Er krault und füttert ihn und fühlt sich in dessen Gesellschaft wohl. Freilebende Nymphensittiche sind ebenfalls in Australien beheimatet und beide Arten brüten ja auch in denselben Bäumen. Sie sind friedlich und werden auch häufig problemlos mit Wellensittichen zusammengesetzt. Allerdings gibt es nie eine Garantie, dass die einzelnen Vögel sich vertragen. Nymphensittiche sind vom Charakter her sehr viel ruhiger, während Wellensittiche sehr quirlig sind. Im allgemeinen sagt man, dass mehrere Wellis sozusagen bei Nymphensittichen domineren, aber ein Nymphensittich kann durchaus schon mal sehr übel zubeißen, da er ja den härteren und kräftigeren Schnabel hat.


· Zebrafinken (Taeniopygia guttata) leben in der australischen Heimat mit Wellensittiche zusammen und leben problemlos zusammen.


· Auch die Prachtfinken Muskatfinken (Lonchura punctulata), Japanische Möwchen (Lonchura striata), Reisfinken (Padda oryzivora), Ringelastrilde (Stizoptera bichenovii) und Schmetterlingsfinken (Uraeginthus-Arten) eignen sich in großen Volieren für die Vergesellschaftung mit Wellensittiche.


· Stare, Kardinäle, Drosseln und Tauben können in großen Volieren untergebracht werden, da sie sich gleichgültig untereinander verhalten.


· Diamant- u. Kaptäubchen sind zu gutmütig und lassen sich von Wellensittiche zu viel gefallen.


bedingt geeignete Mitbewohner


· Die australischen Grassittiche (Neophema) sind ebenfalls mögliche Partner für ihn. Grassittiche sind in etwa so groß wie Wellensittiche und harmonieren mit ihnen in Volieren sehr gut. Während der Brut sollte man die Arten jedoch unbedingt trennen.


· Schönsittiche (N. pulchella) sind während der Brutzeit ebenfalls von den Wellensittichen zu trennen, da sie während der Jungenaufzucht sehr aggressiv sind.


· Bourkesittiche (Grassittiche - Neophema) Bourkesittiche haben andere Aktivitätsphasen als Wellensittiche, es sind dämmerungsaktive Vögel. Deshalb ist es nicht ratsam sie mit den quirligen Wellensittichen zusammen in einem Käfig zu halten. Sie würden sich gegenseitig stören. Auf der anderen Seite sind Bourkesittiche sehr friedfertig. Und auch wenn sie nicht richtig zahm werden, so sind sie meist auch nicht sehr scheu bzw. ängstlich. Deshalb sollten sie zusammen mit Wellensittiche nur in geräumigen Volieren gehalten werden. Bourkesittiche (N. bourkii), Feinsittiche (N. chrysostoma), Glanzsittich (N. splendida), Klippensittiche (N. petrophila), Orangebauchsittiche (N. chrysogaster),
Plattschweifsittiche (Platycercus) und Schmucksittiche (N. elegans) kann man aus den vorgenannten Gründen nur in einer geräumigen Voliere ebenfalls mit Wellensittichen vergesellschaften.

Nicht geeignete Mitbewohner

· Bei Großpapageien besteht die Gefahr das aus Versehen der Wellensittich durch den starken Schnabel verletzt oder getötet wird. Zudem verstehen die Großpapageien die Körpersprache der unterlegenen Wellensittiche nicht.


· Unzertrennliche (Agaporniden) sollte man ebenfalls nicht mit Wellensittichen zusammenhalten, da massigeren Unzertrennlichen einen sehr kräftigen Schnabel haben und auch mal einsetzen. Die Agaporniden zerbeißen die Beine der Wellis oder noch mehr, da sie fürchterlich eifersüchtig werden können. Denn: Solange Agaporniden noch Jungtiere sind, sind sie meist friedlich, aber wehe wenn sie erwachsen sind. Ihr erstes Angriffsziel sind dann die Füße der vermeintlichen Gegner. Das Revierverhalten ist sehr ausgeprägt und sie kennen auch keine Angst vor
größeren.


· Kanarienvögel: Für diese kleineren, zarteren Vögel können die o. g. Angewohnheiten der Wellensittiche zu unangenehmen Begegnungen führen


Andere Hausbewohner


· Hund und Wellensittich können sich miteinander anfreunden, wenn der Vierbeiner so erzogen wurde, daß er den Wellensittich als Familenmitglied akzeptiert. Der Hund kann ihn dann als sein Schützling annehmen und über ihn wachen.


· Katze und Wellensittich schließen nur in äußerst seltenen Fällen Freundschaft. Für die Katze ist der Vogel ein Beutetier. Eine ständige Aufsicht ist notwendig wenn die beiden frei in der Wohnung sind.


· Meerschweinchen und Wellensittiche lassen sich gegenseitig in Ruhe. Schwieriger kann das Verhältnis zu einem Hamster, die als Nachttiere tagsüber mürrisch sind und zu Kaninchen sein.

Reinigung

 

Wellensittich

 

Der Wellensittich verbringt mehrere Stunden mit der Gefiederpflege. Der Sittich kann seinen Kopf um 180 Grad drehen und erreicht damit fast alle Körperpartien. Er zieht dabei jede Feder einzeln durch seinen Schnabel. Dabei benutzt er ein ölhaltiges Sekret aus der Bürzeldrüse. Das Sekret fettet die Federn ein, so dass sie wieder entstaubt und glatt
werden. Die Körperpflege hat auch einen sozialen Aspekt. Pärchen reinigen sich häufig gegenseitig die Kopf- und Nackenfedern, also die Körperpartien, die nicht selbst erreichen können. Die Wellensittiche reinigen sich also eigenständig. Der Mensch sollte ihn nur eine Bademöglichkeit anbieten.

Käfig

In der Vogelliteratur wird oft folgender Reinigungsplan vorgeschlagen täglich: Futter- und Wassernäpfe reinigen, verstreute Nahrungsreste entfernen, ebenso vertrocknetes Grünfutter und Obst, Kot und ausgefallene Federn, Sitzstangen reinigen wöchentlich: Käfiggitter reinigen, Einstreu vollständig erneuern, Spielzeug putzen. In der Praxis wird die tägliche Reinigung wahrscheinlich nicht immer so durchgeführt. Wichtig ist, das kein feuchter Kot oder feuchte Nahrungsreste im Käfig verbleiben, da sie ein idealer Nährboden für Pilze und Keime sind. Eine wöchentliche Erneuerung des Einstreu sollte aber selbstverständlich sein. Kleiner Käfige haben bei der Hygiene einen Nachteil gegenüber die wesentlich höheren Zimmervolieren, da die Vögel in kleinen Käfigen bei jedem Flügelschlagen Federn, Vogelstaub und den Sand aufwirbeln. In der Zimmervoliere halten sie sich überwiegend im oberen Bereich auf, so dass deutlich weniger aufgewirbelt wird. Wellensittich-Häufchen Kot von gesunden Wellensittichen trocknet schnell und verursacht kaum Flecken. Damit ist die Gefahr schädlicher Keime gering. Aus verschieden Gründen kann der Kot sehr flüssig sein. In diesen Fällen sollte der Kot sofort entfernt werden. Sie entleeren sich grundsätzlich sitzend, also nicht beim Fliegen. Insbesondere kurz vor dem Start zu einem Rundflug oder aber gleich nach der Landung erfolgt der Sch... . Lieblingslande- und -startplätze außerhalb des Käfigs können mit Sandschalen oder Zeitungspapier abgesichert werden. Übrigens entleeren die Wellensittiche vier- bis fünfmal pro Stunde ihren Darm.

Wohnung

Bei Wellensittichhalter schweben täglich ein paar Flaumfederchen durch die Wohnung, in der Mauserzeit verstärkt sich natürlich der Federflug. Ebenso fliegen beim Fressen auch einige Samenspelzen außerhalb des Käfigs. Temperamentvolle Wellis verteilen bei ihren im Käfig eingeschränkten Flugversuchen auch den Sand und Kot in die nähere Käfigumgebung. Ein Wellensittichhalter muss sich damit abfinden können, dass in der näheren Käfigumgebung immer etwas Dreck herumliegt.

Wohnklima

 

Wellensittiche leiden unter der meist viel zu trockenen Luft (insb. in den Heizperioden) in unseren Wohnräumen. Ein gesundes Raumklima mit einer ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Gesundheit des Wellensittichs und die Schönheit des Gefieders.


Wellensittiche benötigen für ihr Wohlbefinden: eine ausreichende Temperatur mit einer entsprechenden Luftfeuchtigkeit. Ein angenehmes Wohnklima (auch für den Menschen) benötigt eine Luftfeuchtigkeit von 60-70 %. Zu trockene Luft ist an einem stumpfen Gefieder zu erkennen. Der Staub der Puderdaunen löst Juckreiz aus. Zudem leiden die Schleimhäute unter zu trockene Luft und sie werden für Infektionen anfälliger. Die Bildung vom Schimmelpilze im Luftsacksystem des Vogels (Aspergillose) wird gefördert. Je höher die Temperatur, desto mehr Luftfeuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Die Luftfeuchtigkeit kann durch folgende Maßnahmen erhöht werden: Besprühen des Gefieders z. B. mit einem Blumenzerstäuber (Die Temperatur soll dabei mind.18 Grad betragen)

 

elektrische Luftbefeuchter

 

Zimmerbrunnen: Sowohl aufwendige Springbrunnen als auch mit Wasser gefüllte Gefässe können eingesetzt werden.

 

Zimmerpflanzen: Eine Übersicht über giftige und ungiftige Pflanze: Ständig Badehäuschen zur Verfügung stellen.


Käfigausstattung und anderes Zubehöhr


Sitzstangen: Sinnvoll sind Naturholzstangen, möglichst unbehandelt und verschieden dick. Besonders geeignet sind Weiden und Haselnuss. Die Stäbe können die Wellensittiche dann schälen oder sie können sich genußvoll an den kleinen Unebenheiten der Äste kratzen und scheuern. Und den Füßen bekommen diese abwechslungsreichen Stäbe am besten. Leiter und Schaukel: Wellensittiche lieben Schauken insb. als Schlafplatz. Auch Leitern, die möglichst waagerecht angebracht werden sollten, sind für Wellensittiche sehr attraktiv und werden gerne als Balzplatz benutzt. Dabei sind im oberen Bereich des Käfigs Leitern und Schaukel aus Naturholz vorzuziehen. In den unteren Bereich haben glatte Hölzer den Vorteil, dass sie leichter und gründlicher gesäubert werden können.


Plastikvögel: Dieser Partnerersatz verwirrt nur Wellensittiche versuchen immer mit ihn zu balzen, aber da er artgerecht antwortet, fördert es nur Aggression und führenzu Verhaltensstörungen.


Spiegel: Im Spiegelbild erkennen sie einen Partner, so dass auch hier das o. g. gilt. Je mehr Wellensittiche zusammenleben, je problemloser ist das Anbringen eines Spiegels. Meine Wellensittiche balzen ihr Spiegelbild sehr selten an, i. d. R. erst dann, als er von den anderen Wellensittichen verscheucht wurde.

 

Weitere Informationen ...


Futter-und Wasserautomaten: Diese von außen angebrachten Futternäpfe sind aus hygienischen Gründen vorzuziehen, da das Futter und das Wasser nicht verschmutzt wird. Aber in ein Futterautomat kann das Futter stauen, deshalb muß der Nachschub kontrolliert werden. Diese Futternäpfen können eine größere Futtermenge vorhalten.
Aber auch die hier abgebildeten Schalen sind bei Wellensittichen sehr beliebt. Sie sind so am Gitter anzubringen, dass das Futter nicht verschmutzt wird.


Wetzstein


Badehäuschen: Ein Badehäuschen wird besonders an warmen Tagen gerne benutzt. Es gibt aber auch viele Bademuffel.


Spielzeug: Wellensittiche sind aktive Tiere mit einem ausgeprägten Spieltrieb. Sie brauchen Beschäftigung, dass durch allerlei Spielzeug unterstützt werden kann. Ideal sind frische Zweige. An denen können Wellensittiche stundenlang herumnagen und so das Nagebedürfnis befriedigen. Und außerdem kosten sie nichts Weitere Informationen gibt es hier.


Spielplätze: Für Freiflüge sind die im Handel erhältlichen sog. Spielwiesen sinnvoll. Ein Kasten ist mit Stangen und Leitern bestückt. Somit stellt er für die Wellensittiche einen ideallen Landepunkt dar. Zudem werden Kot und Federn im Kasten aufgefangen.


Vogelsand: Der Sand ist für Sittiche sehr wichtig, da er nicht der Hygiene dient, sondern er liefert wichtige Mineralstoffe und ist zugleich eine Verdauungshilfe. Wellensittichbaum: Für Ausflüge ist ein Wellensittichbaum ideal. Eine Bauanleitung gibt es hier.

Licht

 

Das Sonnenlicht besteht aus dem Spektrum des sichtbaren Bereichs (Violett, Blau, Grün, Gelb, Orange bis Rot) und dem für den Menschen unsichtbaren Bereich Ultraviolett und Infrarot. In der Wohnung gehaltene Wellensittiche benötigen für ein gesundes Leben natürliches Sonnenlicht. Insbesondere neutralweiße Leuchtstofflampen beeinträchtigen das Wohlsein des Sittichs erheblich. Sonnenlicht ist für den Stoffwechsel von großer
Bedeutung, da der Lichtreiz die Abgabe wichtiger Hormone auslöst. Deshalb sollte ein Standort mit viel natürliches Sonnenlicht gewählt werden.


Beleuchtungsstärke: Häufig muss auf künstliches Licht eingesetzt werden, sei es auch nur im Winter, da das Sonnenlicht nur wenige Stunden scheint. Dabei sollte bei der Beleuchtungsstärke nicht gespart werden. Anhand der nachfolgenden Tabelle ist zu erkennen, dass man einen Sonnentag in den Tropen nicht mit Kunstlicht simulieren kann. Zumindest ist der Käfigstandort für die "Tagphase" ausreichend zu beleuchten.

 

Beleuchtungsstärken im Vergleich (in Lux): 

Sonnentag am Äquator
Sonniger Sommertag in Mitteleuropa
Trüber Sommertag
Trüber Wintertag
Gut beleuchteter Arbeitsplatz
Abendliche Innenraumbeleuchtung

Vollmondnacht

80.000 - 120.000
50.000 - 100.000 20.000
3.000 - 4.000
500 - 750
100 - 0,25


Obst und Gemüse

 

Wellensittiche ernähren sich in freier Wildbahn ausschließlich von Samen verschiedener Wildgräser ernähren. Früchte sind auf ihrem natürlichen Speiseplan nicht vorgesehen und deshalb auch nur begrenzt angenommen. Grünpflanzen wie Vogelmiere, Löwenzahn oder Salatblätter kommen ihrem ursprünglichen Nahrungsrepertoire näher und werden häufig dem Obst bevorzugt. Dennoch sollte man Wellensittiche Obst anbieten.

Tipp 1: Obst sollte man den Wellensittichen in großen Stücken anbieten, damit sie daran herumknabbern können. Klein geschnittener Obstsalat wird häufig "links liegen gelassen".


Tipp 2: Obst und Gemüse sollte man 1 Std. vor der Fütterung aus dem Kühlschrank nehmen, da allzu kaltes Futter den kleinen grünen Australier nicht bekommt,

 

Obst

 

Ananas, Apfel, Apfelsine, Aprikose, Banane, Birne, Blutorange, Brombeere, Clementine (ohne Schale), Erdbeere, frische Feige, Granatapfel (nur Fruchtfleisch), Himbeere, Holunderbeere, Johannisbeeren, Karambole, Kaktusfeige, Kirsche, Kiwi, Litschi, Mandarine (ohne Schale), Mango, Melone (ohne Schale), Nashi-Birne, Nektarine, Orange (ohne Schale), Papaya, Pfirsich, Sharon-Frucht, Stachelbeeren, Weintrauben

 

Ungeeignet für die Fütterung der Wellensittiche sind Grapefruit und Zitrone (beide zu säurehaltig)

Gemüse

 

Aubergine, Blattsalat, Blumenkohl, Brokkoli Chicoree, Endivie, Erbsen, Feldsalat, Fenchel, Grünkohl, Kartoffel(gekocht), Kohlrabi milchigweicher, Mais, Mangold, Möhre, Paprika, frische Rote, Beete, Salat, Salatgurke, Spinat, Staudensellerie, Tomate,  Zucchini

 

Salatsorten

 

Kopfsalat, Eissalat, Bataviasalat, Lollo Rosso, Römersalat und Eichblattsalat, Endiviensalat.

In Supermärkten angebotene Salate sind häufig mit Pestiziden belastet. Deshalb sollten die Blätter gut gewaschen und nur in Maßen angeboten werden. Diese Sorten können roh und gekocht (ungesalzen) verfüttert werden. Wegen des hohen Wassergehlts (98 %) sollten Gurken nur in Maßen gereicht werden.

Kräuter


Basilikum Kresse etwas Petersilie


Ernährung - Samen


Grundnahrung ist eine Samenmischung aus Glanz- oder Spitzsaat, Nackthafer, Bluthirse, Silberhirse, Plantahirse, Negersaat und Leinsamen. Sie können fertig gekauft werden (z. B. Trill oder Vitakraft). In Fachgeschäften können die Saaten auch einzeln gekauft und selbst zusammengestellt werden. Um die Wellensittiche nicht zu einseitig ernähren, ist es aber ratsam, sich von einem fachkundigen Züchter oder aus einschlägiger Fachliteratur zu informieren.


Eine Samenmischung kann z. B. so gemischt werden:


30 % Glanz (andere Bezeichnung: Kanariensaat, Spitzsaat)
25 % Silberhirse
20 % Platahirse (andere Bezeichnung Senegalhirse)
10 % Japanhirse
5 % Bluthirse
5 % Nackthafer
5 % Negersaat


Die Frische der Körner lässt sich mit eine Keimprobe bestimmen: Man zählt für eine Keimprobe 100 Körner ab und lässt sie für acht Stunden im Wasser bedeckt quellen. Danach spült man das Saatgut ab und lässt es an einem warmen Ort weitere 24 Stunden stehen. Die Körner dürfen dabei nicht austrocknen. Am nächsten Tag sollten sich kleine Keimlinge am Futter zeigen. Je mehr Körner keinen, desto frischer die Samen. Die Sämereien lassen sich in kohlehydrathaltige (Hirse, Glanz und Hafer) sowie ölhaltige Sämereien (Hanf, Negersaat und Leinsamen) einteilen.

Die kohlehydrathaltigen Samen enthalten ca 60-70 % Kohlehydrate, 3-4 % Fett und ca. 13 % Eiweiß. Ölhaltige Sämereien enthalten 25- 35 % Kohlehydrate, 30-40 % Fett und 20-25 % Eiweiß. Deshalb sollte eine Futtermischung nicht mehr als 5 % ölhaltige Samen enthalten, sonst würde der Wellensittich verfetten.


Kolbenhirse: Lieblingsspeise ist Kolbenhirse, die aber nur in kleinen Mengen verabreicht werden dürfen. Ansonsten wird die Nahrung zu einseitig, da Wellensittiche fast nur noch die Hirse essen. Kolbenhirse ist ein kalorienreicher Leckerbissen, auf den sich selbst wohlgenährte Vögel stürzen, als ob sie seit Tagen nichts mehr zu fressen bekommen hätten. Kranke und geschwächte Wellensittiche nehmen Kolbenhirse häufig als einziges Nahrungsmittel auf. Kolbenhirse ist nährstoffreicher als ausgedroschene Hirse. Es gibt zwei Sorten, die häufig angebotene gelbe rote Sorte. Sorte und die seltener und die etwas teuere Hirse kann aus als Keimfutter verfüttert werden.


Anbaugebiet: Frankreich (rote Sorte), China (gelbe Sorte), Bluthirse (Rote Hirse):


Menge: Bluthirse sollte mit 5 % in der Samenmischung enthalten sein und ist in vielen Futtermischungen enthalten.
Aussehen: harte, relativ große, rote Körner
Vorteil: Bluthirse eignet sich ebenfalls als Keimfutter.
Anbaugebiete: Europa


Japanhirse


Menge: Japanhirse sollte mit 5 - 15 % in der Samenmischung enthalten sein und ist in den gängigen Futtermischungen enthalten. 

Aussehen: leichte, weiche etwas unscheinbare Samen, die leicht zu entspelzen sind und eine etwas eckige Form haben.
Inhaltsstoffe: Silberhirse ist bekömmlich und eiweßreich
Anbaugebiete: Asien


Silberhirse


Menge: Silberhirse sollte mit 20- 35 % in der Samenmischung enthalten sein und ist ebenfalls in den gängigen Futtermischungen ausreichend vorhanden.
Aussehen: Silberhirsesamen bestehen aus weiche, runde, gelblich bis silbrig-weiße Körner
Inhaltsstoffe: ausgewogenes Verhältnis zwischen Proteine, Kohlenhydrate und Fette
Vorteil: preiswerte aber sehr bekömmliche Hirseart
Anbaugebiete: Nordamerika

Glanz (Kanariensaat, Spitzsaat)

 

Menge: Der größte Anteil (20 - 50 %) der Samenmischung sollte aus Ganz bestehen. Die Fertigmischungen enthalten ca. 30 % Glanz
Aussehen: Die länglichen, hellbraunen Körner sind etwa drei Millimeter lang
Inhaltsstoffe: Glanz enthält viel Proteine (Eiweißgehalt 15 %) und Kohlenhydrate
Vorteil: Glanz ist vom Wellensittich leicht zu schälen und die Samen sind leicht verdaulich (Deshalb ist sie für die Jungenvögel geeignet).
Anbaugebiete: Australien, Afrika, Südamerika
Leinsaat: Leinsaat hat ein recht hohen Fettgehalt und darf nur in Maßen (weniger als 5 %) als Zusatzfutter verwendet werden. Leinsaat gehört zu den Olsaaten. Von manchen Wellensittichen werden die Saaten allerdings verschäht. Leinsaat darf nicht zu lange gelagert werden.
Inhaltsstoffe: Der Samen der Flachspflanze enthält hohe Mengen Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für das Gefieder und zur Förderung der Verdauung durch schleimbildende Eigenschaften sind.
Anbaugebiete: Kanada

La-Plata-Hirse

Menge: Der größte Anteil sollte 15 - 25 % betragen
Aussehen: Die kleinen Körner haben eine runde Form
Inhaltsstoffe: viel Kohlenhydrate mit gegenüber den anderen Hirsearten geringeren Proteingehalt
Vorteil: Platahirse ist nahrhaft, aber auch preiswert.
Anbaugebiet: Argentinien, USA
Mannahirse: Die kleine und für Wellensittiche schmackhafte Mannahirse gibt es als gelbeund rote Mannahirse. Sie kann auch als Keimfutter genutzt werden.

 

Negersaat

Menge: Der Anteil sollte max. 5 % betragen, ansonsten werden die Wellensittiche übergewichtig.
Aussehen: Die kleinen Körner haben eine schwarze Farbe
Inhaltsstoffe: Negersaat gehört zu den kalorienreichen Ölsaaten, haben aber einen hohen
Eiweißgehalt (18 %). Sie sind reich an Kalzium und Phosphor.
Vorteil: aufgrund des hohen Eiweißgehaltes ein wichtiger Bestandteil der Nahrung.
Anbaugebiet: Indien, Nepal, Birma

 

Nackthafer

Menge: Der Anteil sollte nicht mehr als 10 % betragen, ansonsten werden die Wellensittiche übergewichtig.
Inhaltsstoffe: Nackthafer gehört zu den kalorienreichen Ölsaaten, haben aber einen hohen Eiweiß- und Vitamin-E-Gehalt
Vorteil: aufgrund des hohen Eiweißgehaltes ein wichtiger Bestandteil der Nahrung.

Ernährung - Beeren

Achtung: Für den Laien ist die Bestimmung der Beeren häufig schwierig. Es gibt auch ähnlich ausssehende giftige Beeren. Zur Unterstützung bei der Beerensuche sollte unbedingt ein gutes Bestimmungsbuch herangezogen werden.


Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Aussehen: bis 7 m hoher Strauch mit kugelige 5-6 mm dicke schwarze Beeren
Standort: Ränder von Laubwälder, Hecken, Ufer
als Futter verwendbar: Blütenstände und reife Beeren
Erntezeit: Blütenstände: Juni und Juli; Beeren: August und September


Hagebutten (Rosa canina)
Aussehen: bis 3 m hoher, stacheliger Strauch mit eiförmigen, 1,5 cm langen, roten Früchten
Standort: Waldränder, Hecken, steiniger Untergrund
als Futter verwendbar: vitaminreiche Früchte
Erntezeit: August bis Oktober


Feuerdorn (Pyracantha coccinea):
Ausssehen: bis 5 m hoher immergrüner Dornstrauch mit
korallenrote, 0,5 cm dicke Frucht
Standort: Hecken und Ziersträuche in Gärten und Parks
als Futter verwendbar: reife Beeren
Erntezeit: September und Oktober


Schlehe (Schwarzdorn) (Prunus spinosa)
Aussehen: bis 5 m hoher Strauch mit dornigen Ästen. Die Frucht ist 1,5
cm dicke, schwarz-blaue Frucht
Standort: Waldränder und felsige Abhänge
als Futter verwendbar: reife Steinfrüchte
Erntezeit: September bis in den Winter hinein


Mehlbeere
Aussehen: bis 10 m hoher Strauch mit runde bis eiförmige 1,5 cm lange orange bis rote Beeren
Standort: Wälder und Gebüche, trockene Hänge, insb. im Gebirge
als Futter verwendbar: reife Mehlbeeren (lässen sich auch einfrieren)
Erntezeit: August bis Oktober

Wildgräser 


Einheimische Wildgräser sind eine sinnvolle Ergänzung für den Speiseplan der Wellensittiche. Die Gräser sollten nicht an viel befahrenen Straßen geschnitten werden und dürfen natürlich nicht chemisch behandelt sein. Zur Sicherheit gibt es verschiedene Bücher, die die fressbaren Arten beschreiben. Das Verspeisen von kleinen Insekten, die noch an den Gräsern haften, ist unschädlich.


Knäuelgras (Dactylis glomerata)
Bis zu 1,20 m große, blaugrüne Pflanze mit violetten Ärchen. Das Knäuelgras gehört zu den Süßgräsern
Als Futter verwendbar: Blüten und reife Samen.
Blütezeit: Mai - August


Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis)
Der Wiesen-Fuchsschwanz wird 30 - 100 cm hoch und hat einen 10 cm langen
Blütenstand. Er gehört ebenfalls zu den Süßgräsern.
Standort: feuchte Wiesen und an Ufer
als Futter verwendbar: blühende und reife Wildgras
Blütezeit: Mai - August


Gemeine Rispengras (Poa trivialis)
Größe: bis 90 cm
Blütezeit: Mai - August


Englische Raygras: (Lolium perenne)


Standort: Wiesen und an Waldrändern. 

Als Futter verwendbar: halbreife Gras
Größe: bis 30 - 60 cm
Blütezeit: Mai - November

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